Forschungsergebnisse

Nach dem PISA-Schock:
Ansatzpunkte einer Bildungsreform

Der PISA-Schock sitzt tief. In Zeitungen werden Reformen für unsere Schulen und Universitäten diskutiert und Kommissionen in Bund und Ländern suchen fieberhaft nach Verbesserungen des bestehenden Bildungssystems. Doch den meisten Vorschlägen ist gemeinsam, dass mehr Geld für unsere Schulen gefordert wird.

Ist Geld tatsächlich so wichtig? Aus Sicht von Thomas Fuchs und Ludger Wößmann vom ifo Institut ist es viel wichtiger, die Institutionen selbst zu reformieren. Anhand der Daten der PISA-Studie und weiteren Bildungsstudien zeigen sie, dass rund ein Viertel der internationalen Unterschiede in den Schülerleistungen im PISA-Test auf institutionelle Unterschiede in den Staaten zurückzuführen ist, während die finanzielle Ausstattung kaum Auswirkungen auf diese Leistungsunterschiede hat.

Welche Reformen der Institutionen sollten wir anpacken? Aus ökonomischer Sicht sind mehrere Bereiche, die verbessert werden können. Erstens helfen externe Prüfungen, die nicht vom Lehrpersonal einer Schule beeinflusst werden können, ein allgemeines und hohes Qualitätsniveau zu sichern. Zweitens sollten die Schulen eine größere Autonomie bei der Wahl ihrer Lehrkräfte, Schulbücher und der Budgetverwaltung haben. Denn die einzelne Schule weiß am besten, wo der Schuh drückt.

Das stimmt mit einem weiteren Ergebnis der Untersuchung überein, dass Schulen, die von privaten Institutionen, wie zum Beispiel von Kirchen geführt werden, bessere Leistungen ihrer Schüler erlauben als Schulen in öffentlicher Trägerschaft.

Bei allen Reformvorschlägen der (öffentlichen) Bildungsinstitutionen darf man aber nicht vergessen, dass die Leistungen der Schüler in hohem Maß von dem Bildungshintergrund der eigenen Eltern abhängt.

T. Fuchs & L. Woessmann: What Accounts for International Differences in Student Performance? A Re-examination using PISA Data, CESifo Working Paper No.1235

 
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